2006 haben wir uns kennengelernt. Ich konnte nicht richtig schlucken und drohte zu verhungern. Die Magensonde ernährte mich, zuerst Flüssignahrung dann püriertes Essen und zuletzt nur mehr Wasser. Denn mit der Zeit lernte ich wieder schlucken und zuletzt auch trinken. Obwohl sie eigentlich überflüssig war, wollte ich mich nicht von ihr trennen. Irgendwie war es auch cool, den Schlauch unter dem T-Shirt hervorzukramen, um mit einer Spritze Wasser zu trinken. Die meisten Zuseherinnen beeindruckte dies massiv. Ich war die Attraktion schlechthin. In den parlamentarischen Ausschüssen, bei Clubsitzungen, oder anderen Veranstaltungen. Auch konnte ich während des Plenums – wo striktes Ess- und Trinkverbot herrscht – heimlich unter dem Tisch trinken. Doch das ist alles Vergangenheit. Anfang dieser Woche ließ ich die Magensonde entfernen. Einerseits eine Erleichterung – ein Schlauch weniger, andererseits auch ein wenig Wehmut. Auf welcher Müllhalde mag sie jetzt wohl liegen? Vorbei sind die Träume, mit ihr gemeinsam bei „Wetten Dass“ aufzutreten…
Adieu Magensonde 🙁