Noch immer Sabrina fest an sich gedrückt, setzen sich beide wieder auf das Bett. ‚Ich muss dir etwas über Liebe und Aufmerksamkeit erklären‘, beginnt Sabrinas Mutter, ‚David braucht mehr Zeit, um etwas zu können. Damit er zum Beispiel den Reißverschluss beim Anorak zumachen kann, braucht er von mir viel mehr Aufmerksamkeit, damit er es irgendwann selbst kann‘. ‚Das heißt‘, fragt Sabrina, ‚ihr habt mich genauso lieb wie David?‘. ‚Natürlich!‘, lächelt die Mutter und streichelt Sabrina über den Rücken, ‚Wir haben dich und David gleich lieb! Aber du solltest zu deinem Bruder auch netter sein. Er spielt gerne mit dir und ist gerne mit dir zusammen.‘

 

Sabrina hat einen kleinen großen Bruder. Sie weint, da sie so ungerecht behandelt wird. Sie muss immer alles tun, ihr Bruder gar nichts. Aber wenn David etwas falsch macht, ist Sabrina immer schuld. Scheinbar haben alle David viel lieber und Sabrina glaubt, dass niemand sie mag. Dabei hat Sabrina ihren Bruder sehr lieb. Manchmal wünschte sie sogar, dass sie zaubern könnte, dann würde sie die Behinderung ihres Bruders wegzaubern und hätte dann so einen Bruder, wie ihn alle ihre Freundinnen haben.

Eine Geschichte über Behinderung, Geschwisterliebe und dem Gefühl, ungerecht behandelt zu werden. In 24 Folgen, jeden Tag im Adventkalender „Mein kleiner großer Bruder“.

Vom 1.12 bis 24.12. finden Sie jeden Tag auf meiner Homepage eine weitere Folge.

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