Vor kurzem habe ich per Zufall eine Ö1-Sendung vom Vorjahr gehört: Christoph Schlingensief war zu Gast bei „Im Gespräch“. Es war ein Interview, das mich sehr berührt hat. Zuvor hatte ich den Eindruck, dass Schlingensief lediglich ein toller Selbstinszenierer ist. Doch in diesem Gespräch war ein nachdenklicher Schlingensief zu hören, aus den nur so Ideen und Projekte hervorsprudelten. Die Nachdenklichkeit, die zwischen den Zeilen heraus hörbar war, entsprang sicherlich seiner Krebskrankheit.

Schlingensief berichtete von Krankenhäusern und den Erfahrungen mit den Ärzten. Aufgrund der negativen Erlebnisse – die ich gut nachvollziehen kann – gründete er die Internetplattform www.geschocktepatienten.de Betreut wird diese Homepage angeblich von 2 behinderten Menschen. Die Seite ist sehr zu empfehlen.

Christoph Schlingensief ist tot. Im Interview wurde er nach seinem weiteren Lebensziel gefragt. Er meinte, dass er die Angst vor dem Tod überwinden will. Hoffentlich hat er das geschafft.