Festrede von mir zum 60-jährigen Jubiläum des Katholischen Familienverbandes am 20.4.2013 bei einem Festakt in Wien.

 

Hier sehen sie das Video: Teil 5: Was ist Glück?

 

Glück! Glücklichsein will jeder und natürlich sollen auch unsere Kinder glücklich werden. Das ist erstaunlicherweise nicht Glückssache, sondern größtenteils Erziehung. Drei Fähigkeiten seien ausschlaggebend, um glücklich zu sein oder zu werden:

1. Optimismus: Nicht alles auf dieser Welt ist schlecht. Im Gegenteil: „Die Zeit“ titelte in einer ihrer letzten Ausgaben: „Wir haben schlechte Nachrichten: Es geht uns gut“. Unser Wohlstand steigt kontinuierlich, es gibt mehr Studenten denn je, unsere Lebenserwartung steigt, das freiwillige Engagement in der Gesellschaft ist ungebrochen. Wir sehen die Welt düsterer als sie ist. Durch Optimismus müssen wir unsere Kinder stärken.

2. Selbstvertrauen: Nur mit einem gesunden Selbstvertrauen können wir Kritik annehmen, uns verteidigen, unsere Meinung sagen, auf andere zugehen, Kontakte knüpfen und unsere Fähigkeiten nutzen.

3. Empathie: Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Empathie und Nächstenliebe nicht nur der Seele gut tun, sondern auch dem Herz. Kanadische Forscher fanden heraus, dass Empathie eine gesundheitsfördernde Wirkung hat: Die Entzündungswerte im Blut sind geringer, der Cholesterinspiegel sinkt und die Körperfette werden abgebaut. Na bitte! Mehr Empathie bitte!

Glück, meine Damen und Herren, entsteht oft durch empathisches Verhalten. Oft will sich der Wunsch nach einer Familie nicht erfüllen lassen. Da der Wunsch nach Kindern unerfüllt bleibt, stellt sich das Familienglück nicht ein. Gleichzeitig gibt es aber in Österreich 11.000 Kinder, die nicht bei ihren Eltern leben können. 11.000 Kinder, die eine Familie suchen. Empathie kann beiden Seiten helfen und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schön es ist, einem Kind durch familiäre Geborgenheit eine Chance im Leben zu geben. Geteiltes Glück ist eben doppeltes Glück oder mit den Worten von Martin Buber: Der Mensch wird am Du zum Ich!