Was Glück bedeutet, weiß man erst im Unglück. Oft hängt die Harmonie an einem seidenen Faden oder eben an einer kleinen Schraube. Letzten Mittwoch wollte ich gerade zu einem Besprechnungstermin aufbrechen, als ein kleiner Schraubverschluss an meiner Kopfstütze des Rollstuhls den Geist aufgab. Die Kopfstütze hielt nicht mehr, rutschte nach hinten und ich saß mit himmelwärtsgerichtetem Blick im Rollstuhl. Nicht nur unangenehm, sondern es war auch unmöglich zu sprechen oder gar unterwegs zu sein. Da wurde mit wieder bewusst, wie rasch sich Glücksmomente umkehren können.

Doch ich hatte diesmal Glück im Unglück. Quasi der absolute Höhepunkt eines Glückgefühls. Denn ein Schlosser, der seinen Betrieb in der Nähe hatte, kam sah und hatte eine glorreiche Idee. Er bastelte einen doppelten Schraub-Drehverschluss, der meinen Kopf in aufrechter Position hielt. Das Überglück wurde mir erst bewusst, als der findige Schlosser erzählte, dass er nur für ein paar Tage in Österreich ist, sonst arbeitet er in Albanien. Seinen Betrieb hat er verpachtet. Das nächste Mal muss ich wohl nach Albanien reisen.

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