Am Freitag fuhren wir von Wien nach Hartheim zur Euthanasie-Diskussion und Samstag früh ging es weiter zum Parteitag. Mit der Atemkanüle und der Beatmungsmaschine gab es keine Probleme. Keine Schleimpfropfen-Verstopfung. Nur hin und wieder mußte Judit absaugen. Probleme gab es lediglich mit dem pürierten Essen. Wir nahmen jedoch den Mixstab mit, warfen Freitags die Brötchen in den Topf und mixten ein gar nicht so schlechtes Brötchen-Gemisch. Am Samstag auf dem Parteitag ernährte ich mich von zwei Hipp-Gläsern. Als Nachspeise gab es die köstliche künstliche Nahrung von Nutricia. Während Judit am Steuer saß, tropfte mir das Essen in den Darm. Da die Westautobahn sehr rumpelig ist, fiel der Nahrungsbeutel hinten vom Haken, aber die Pumpe gab den Geist nicht auf. Obwohl wir sie oft verfluchen, weil sie dauernd Fehlermeldungen macht und piepst, hat sie doch ihre guten Seiten.¬¬Barrierefrei in die Gaskammer: Hartheim war ein heftiges Erlebnis. Ein Schloß mitten im Land, wo unzählige behinderte Menschen während des Nazi-Regimes ermordet worden sind. Die Aktion T4 (Tiergartenstraße 4) dauerte nur 2 Jahre. Allerdings wurden in dieser Zeit in 6 Stationen 70.000 Behinderte und pflegebedürftige Menschen umgebracht. Heute gibt es eine empfehlenswerte Ausstellung, sogar barrierefrei. Über eine Rampe kann man in die ehemalige Gaskammer rollen. Und Gott sei Dank wieder hinaus! Das Schloß wirkt auf mich sehr bedrückend. Am Abend gab es eine tolle Euthanasie-Tagung. Diese Zeit sollte nicht vergessen werden.

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