Markus Enger gewann 2012 den Literaturpreis Ohrenschmaus. In seinem Text “ Zu zweit ist weniger alleine“ schreibt er offen über seine Behinderung. Es ist eine Auseinandersetzung mit der eigenen Akzeptanz aber auch den Reaktionen der Gesellschaft. Ein Ohrenschmaus zum Nachdenken:

Ein trauriger Mensch. Warum? Eine Behinderung. Mich störte meine Behinderung, obwohl ich nicht genau wusste, was meine ist. Eigentlich könnte ich glücklich sein,denn ich sehe wirklich nicht behindert aus. Und ich habe Fähigkeiten, die manche Behinderte sich wünschen würden. Ich kann rechnen, lesen und auch schreiben. Bestimmt nicht so gut und schnell wie ein Hauptschüler, aber ich sehe mich zu diesem Zeitpunkt sehr zufrieden mit mir selbst. Ich bin ja auch fast ganz normal. „Normal“ in dem Sinne von Menschen ohne eine Behinderung. „Wenn ich dich so ansehe, siehst du gar nicht so behindert aus“ habe ich schon mal als Kompliment bekommen. Dieses Kompliment bekommt man nicht oft, darum sollte man vielleicht etwas glücklich oder stolz sein. Doch bei mir gab es die Traurigkeit und auch etwas von der Angst in mir. Hin und wieder bin ich traurig darüber, dass ich behindert bin. Denn behindert zu sein ist manchmal nicht schön in unserer Gesellschaft.

Durch das Crowdfunding wollen wir ein Ohrenschmausbüro gründen, um die LiteratInnen nachhaltig durch Lesungen und Publikationen fördern. Der Literarturpreis Ohrenschmaus soll ein bekannter deutschsprachiger Preis werden! Sei mit dabei und unterstütze das Ohrenschmaus-Crowdfunding: https://www.startnext.com/ohrenschmaus

 

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