Erste Blinden- und Schwarzdruckbibliothek Westösterreichs eröffnet

Rund 1.500 Blinden- und Tastbücher stehen ab sofort zur Ausleihe bereit

Die neue Blinden- und Schwarzdruckbibliothek des Sonderpädagogischen Zentrums (SPZ) des Landes für Kinder mit Blindheit oder Sehbehinderung in Innsbruck ist die einzige in Westösterreich. Rund 1.500 Blinden- und Tastbücher sowie zahlreiche E-Books, Hörbücher und Bücher in Großdruck (Schwarzdruck) stehen ab sofort kostenlos zur Ausleihe bereit. „Mit diesem Angebot füllen wir einen weißen Fleck auf der Landkarte und verbessern den barrierefreien Wissenserwerb“, sagt Bildungslandesrätin Beate Palfrader bei der Eröffnung am Mittwoch und sichert für den Ankauf von Büchern 3.000 Euro zu. Für die Adaptierung der Räumlichkeiten und Einrichtung der Bibliothek wendete das Land Tirol rund 36.000 Euro auf.

„Da das SPZ auch eine wichtige Anlaufstelle für Eltern sowie Pädagoginnen und Pädagogen ist, bietet die Sammlung außerdem didaktisches Material, Bachelorarbeiten zum Thema und Anschauungsmaterialien wie tastbare Landkarten und Bilder“, verweist Schuldirektorin Karin Pammer auf das vielfältige Angebot. Darüber hinaus gibt es neben einem Lesegerät auch einen Internetanschluss sowie einen PC mit Braillezeile und Brailledrucker, um Texte in Blindenschrift auszudrucken. Die Bibliothek in der Innsbrucker Ingenieur-Etzel-Straße 71a hat nach Vereinbarung geöffnet und steht allen Menschen offen, die mit Sehschädigungen leben oder in diesem Bereich arbeiten.

Einziges Kompetenzzentrum Westösterreichs

Das SPZ ist das einzige derartige Kompetenzzentrum in Westösterreich. Die 14 PädagogInnen unterrichten und betreuen 127 Volks-, Haupt- und AHS-SchülerInnen sowie Kinder mit erhöhtem Förderbedarf. Neben Lesen, Schreiben und Rechnen lernen die Kinder insbesondere auch lebenspraktische Fertigkeiten wie Anziehen. Fest im Unterricht verankert ist auch ein Mobilitätstraining, bei dem etwa der Umgang mit dem Blindenstock und die Echoortung geübt werden.

Um den SchülerInnen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten aufzuzeigen, bietet das SPZ auch einen Berufsorientierungslehrgang an. „Die Schule vermittelt den Kindern und Jugendlichen durch gezielte, kompetente und bedarfsgerechte Förderung das nötige Know-how für ein selbstbestimmtes, selbstständiges und chancenreiches Leben“, dankt LRin Palfrader dem Team rund um Schuldirektorin Pammer: „Dabei ist der Blick immer auf das Wohl und die individuellen Bedürfnisse der Kinder gerichtet.“

Ausstellung zu Schulgeschichte und Brailleschrift

Anlässlich der Bibliothekseröffnung konzipierte die Schule eine Ausstellung. Diese bietet bis Freitag, 20. Jänner 2014, Einblicke in die 107-jährige Geschichte der Schule und die Entwicklung der Brailleschrift. Diese vom Franzosen Louis Braille 1825 entwickelte Blindenschrift besteht aus einer Kombination von sechs Punkten, die von hinten in das Papier gepresst und mit den Fingerspitzen ertastet wird. Die Ausstellung kann während der Schulzeiten besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Selbstständige Lebensführung im Zentrum

Ein starker Vernetzungspartner für das SPZ sowie eine wichtige Anlaufstelle für die rund 2.500 blinden und sehbehinderten Menschen in Tirol ist seit nunmehr 68 Jahren der Tiroler Blinden- und Sehbehindertenverband. Dieser bietet Betroffenen jeden Alters Beratung und Unterstützung. Das Land Tirol finanziert die von der Selbsthilfeorganisation durchgeführte mobile Blindenfrühförderung und Grundrehabilitation. Im Jahr 2013 wendete es dafür rund 310.000 Euro auf. Darüber hinaus bezuschusst das Land Tirol Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen wie Blindenführhunde und spezielle Computerprogramme.

Der Pressetext ist auf der Landeshomepage unter hier gehts zum Pressetext barrierefrei nachzulesen.

Informationen zum SPZ sind unter hier gehts zur Blindenbibliothek zu finden.

 

Rückfragen:

SPZ-Schulleiterin Karin Pammer

Telefon: 0512/933561

E-Mail: direktion@spz-sbk.tsn.at

 

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