Persönliche Assistenz in Wien ist eine Erfolgsgeschichte. In einer Videoaktion anlässlich der Wien-Wahl am 11. Oktober erzählen Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen, Persönlichen Assistent_innen und Arbeitgeber_innen von Menschen mit Behinderung von ihren ganz persönlichen Erfolgen mit Persönlicher Assistenz – aber auch davon, wie diese zunehmend bedroht werden, weil die Gelder für die Persönliche Assistenz im Privatbereich seit 12 Jahren nicht erhöht werden.

Am 11. Oktober wählen wir einen neuen Wiener Landtag. Das ist nicht die einzige Wahl. Seit 2008 können erwachsene Menschen mit Körperbehinderung in Wien wählen, wie sie ihr Leben gestalten. Sie wählen, was sie tun und lassen, wie sie leben und lieben, wo sie wohnen und arbeiten.  Möglich macht das die Persönliche Assistenz, finanziert durch die Pflegegeldergänzugsleistung.

Es sind tägliche kleine Wahl-Entscheidungen – mit weitreichenden Folgen für noch viel mehr Menschen: Die Rede ist von Angehörigen und Arbeitgeber_innen von Menschen mit Behinderung – und natürlich von den Persönlichen Assistent_innen. Auch ihr Job und ihr Einkommen – und auch ihre Freizeit – werden ganz wesentlich von Persönlicher Assistenz beeinflusst.

Persönliche Assistenz wird vergessen

Auf dem Youtube-Kanal „Ich will die Wahl haben!“ erzählen all diese Menschen ihre ganz persönlichen Geschichten vom Leben mit Persönlicher Assistenz. Sie wollen damit zeigen, was Persönliche Assistenz bringt – denn in der öffentlichen Diskussion über soziale Dienstleistungen kommt Persönliche Assistenz nach wie vor kaum vor. Es dominieren Berichte über Heime und betreute Wohneinrichtungen.

Auch die Wiener Politik scheint die Weiterentwicklung der Persönlichen Assistenz vergessen zu haben. Seit 12 Jahren wurde die Pflegegeldergänzungsleistung, mit der die Persönliche Assistenz finanziert wird, nicht mehr an die Inflation angepasst. Der Wertverlust beträgt rund 30 Prozent, die Kosten steigen. Dies hat bereits spürbare Folgen, von denen auch die Menschen in den Videos erzählen:  Da berichten Menschen mit Behinderungen davon, dass sie  immer weniger Assistenzstunden finanzieren können. Angehörige erzählen, dass sie  immer mehr ehrenamtliche Unterstützung leisten müssen. Persönliche Assistent_innen bangen um Einkommen und Jobs. Und Arbeitgeber_innen wissen nicht, ob ihre Mitarbeiter_innen mit Behinderung es sich morgen noch leisten können, aus dem Bett zu kommen.

Geschichten teilen

Die Erfolgsgeschichten sowie den Stillstand bei der Entwicklung der Persönlichen Assistenz in Wien bekannt zu machen, ist das Ziel dieser Aktion. Darum werden bis zur Wiener Landtagswahl am 11. Oktober auf dem Youtube-Channel „Ich will die Wahl haben“ laufend Persönliche Geschichten vom Leben mit Persönlicher Assistenz online gestellt.
Den Anfang macht eine Geschichte von Marlies Neumüller. Sie lebt mit Rollstuhl und Persönlicher Assistenz und hat die Aktion gemeinsam mit Franz-Joseph Huainigg gestartet. Der ehemalige Abgeordnete z.N. und jetzige ORF-Mitarbeiter im Bereich Barrierefreiheit und Sozialaktionen lebt ebenfalls mit Persönlicher Assistenz.

So kannst auch du mitmachen: Nimm ein Video mit Handy oder über Zoom, Skype etc. auf. Wenn du Hilfe bei der Aufnahme brauchst, schreib uns. Wir bemühen uns, die Unterstützung zu organisieren. Du kannst uns ein fertig geschnittenes Video schicken. Schick das Video (oder einen Download-Link) an ichwilldiewahlhaben@gmail.com. Keine Erfahrung mit Videoschnitt? Schick uns deine ungeschnittenen Aufnahmen, wir erledigen den Rest! Noch Fragen? Kontaktiere uns unter ichwilldiewahlhaben@gmail.com

Hier geht’s zum Youtube-Kanal „Ich will die Wahl haben“

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