Die Klo-Peinlichkeiten verfolgten mich mein ganzes Leben lang. Herausragend war ein prägendes Erlebnis in der U-Bahn. Ich lebte schon in Wien, konnte noch ohne Katheterisieren auf das Klo gehen. Genauer gesagt, brauchte ich zur Befriedigung meiner Bedürfnisse eine Urinflasche und ich musste dabei stehen. Alles musste immer ganz schnell gehen. Ich spürte in der U-Bahn einen Drang in der Blase. Verzweifelter Blick. Wo konnte ich aufstehen und mich festhalten und mich festhalten? – da sah ich einen Treppenaufgang mit Handlauf. Schnell führte mich die Assistentin dorthin, hob mich aus den Rollstuhl und brachte mich zum Stehen. Dann Hose runter und Flasche hinhalten. Das Ganze wäre perfekt gewesen, wenn es nicht gerade zwölf Uhr gewesen wäre und ganze Kindergartenhorden die Stiege herunter gekommen wären. Die Assistentin stellte sich schützend vor mich und verstellte so gut es ging die Sicht der Kinder auf das Geschehen. Aber das weckte erst recht das Interesse. Die Kindergärtnerinnen riefen laut: „Geradeaus schauen! Weiter gehen! Da gibt es nichts zu sehen!“ Da wäre ich tatsächlich am Liebsten in den Boden versunken.