Unser Freak wurde Vater.

Wir gratulieren! Natürlich haben wir gleich nachgefragt, wie das denn so ist, Vater zu werden… Und ob man da nicht vielleicht eine kleine Serie über das Vaterdasein im Rollstuhl schreiben könnte… Unser Freak (ein kleiner Selbstdarsteller) hat zugesagt und uns vorerst einmal einige Fotos vom „Vaterglück“ und einen ersten Lagebericht zukommen lassen.

 

Gewünscht hatten wir es uns lange. Gedauert hat es dann noch etwas länger. Aber plötzlich ging alles ganz schnell. Obwohl wir eigentlich auf diesen Moment gut vorbereitet hätten sein müssen, waren wir von der Tatsache, plötzlich Eltern geworden zu sein, völlig überrascht. Ich war völlig aus dem Häuschen und fiel prompt zuhause im Wohnzimmer aus dem Rollstuhl.

Hart schlug ich mit der Nase am Boden auf, Blut quoll aus drei aufgeplatzten Risswunden. Und unsere Tochter Katharina hätte sich wohl ernstlich Sorgen gemacht, ob sie jemals ihren Vater kennen lernen würde, – wenn sie dies alles nicht einfach im Krankenhaus verschlafen hätte. Gott sei Dank wurde ich jedoch von meiner Assistentin – deren Mitverschulden noch immer nicht restlos aufgeklärt ist … – gerettet und notärztlich versorgt.

So kam ich mit aufgeschlagener Lippe und lädierter Nase ins Krankenhaus. Die Krankenschwester schien mein Aussehen nicht weiter zu erschrecken: „Solche Sachen passieren Männern immer, wenn sie erfahren, dass sie Väter geworden sind. Ganz typisch. Im Rollstuhl saßen Sie aber schon vorher?“

Als ich Katharina das erste Mal sah, klopfte mein Herz bis zum Hals. So klein und hilflos. Und doch schlief sie ganz selig und vertrauensvoll. Eine große Aufgabe erwartete uns. Ich wollte Katharina in die Arme nehmen. Aber wie? Würde sie mir nicht vom Schoß fallen? Wir versuchten es zunächst anders: Judit fixierte meine Schienen und ich stand, an den Tisch gelehnt, auf. Vor mir legte Judit eine Decke hin und dann legte sie mir Katharina in den Arm. Ein unbeschreiblich schönes Gefühl, seine Tochter das erste Mal in Händen zu halten… !

Tags darauf versuchte ich sie im Rollstuhl sitzend zu halten. Auch das funktionierte. Sogar so gut, dass ich ihr das Fläschchen gab. Katharina saugte genüsslich, war aber nach 10ml fix und fertig und schlief erschöpft ein. Dann öffnete sie noch einmal ein Auge und verzog die Augenbrauen. Was wohl hieß: Papa, du bist der Beste. Ich hatte es wohl verstanden und nickte stolz.

 

Leave a Comment