Aktiv für andere –  Menschen mit Behinderungen  auf Auslandseinsatz

Jugend Eine Welt und WeltWegWeiser starten auf meine Initiative hin mit Hilfe der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit neues Pilotprojekt. Hier der Pressetext mit Informationen, wo man sich bewerben kann:

 
In Deutschland konnte die Anzahl von Menschen mit Behinderungen, die auf Auslandseinsatz gehen, innerhalb weniger Jahre stark gesteigert werden: Heuer gibt es bereits 26 Entsendungen, doppelt so viele wie im Vorjahr. Das berichtete Rebecca Daniel von der deutschen Organisation „bezev“ am 23. Mai bei einer Veranstaltung in Wien, die von „WeltWegWeiser“, der Servicestelle für internationale Freiwilligeneinsätze von Jugend Eine Welt, organisiert wurde. Anlass: ein neues Pilotprojekt, das von der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (ADA) gefördert wird und das in den  kommenden Jahren auch in Österreich professionelle Rahmenbedingungen für inklusive Freiwilligeneinsätze schaffen soll.

„In der ersten Phase sind wir auf der Suche nach drei Entsendeorganisationen, die sich verpflichten,  inklusive Strukturen zu schaffen. Danach folgt die Entwicklung spezifischer Angebote und die Suche nach Interessenten in den spezifischen Zielgruppen,“ so Bernhard Morawetz von WeltWegWeiser. „Erste Einsätze soll es ab Sommer 2018 geben – selbstverständlich inklusive sorgfältiger Vor- und Nachbereitung sowie einer umfassenden Evlaluierung.“

„Nur Mut!“
Erwin Buchberger (Grenzenlos – Interkultureller Austausch /ICYE Austria) und Elisabeth Stöhr (Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.v.), zwei Freiwillige mit Behinderung, erzählten bei der von Magdalena Scharl (BIZEPS – Zentrum für Selbstbestimmtes Leben) und Sofia Martinsson (WeltWegWeiser/Jugend Eine Welt) gemeinsam moderierten Podiumsdiskussion von den Freuden und Stolpersteinen ihres Auslandseinsatzes. Ihr Fazit: „Ich würde es wieder machen“. Nun wollen sie andere Freiwillige mit Behinderung zu einem Auslandseinsatz motivieren. Erwin Buchberger war 2012 in einer integrativen Schule in Lettland im Einsatz und kümmerte sich dort u.a. um EDV-Angelegenheiten. Die größte Herausforderung für ihn sei die Sprache gewesen, erzählte er, obwohl er sich mit Lern-CDs gut vorbereitet hatte.  Elisabeth Stöhr half in einer inklusiven Schule in Tansania im Unterricht und bei Freizeitaktivitäten mit. „Ganz viel ist möglich, auch wenn intensive Vorbereitung nötig ist. Nur Mut!“

„Grenzenlos“ ist erste Partnerorganisation
Mit am Podium saß auch Barbara Eglitis von  der österreichischen Organisation „Grenzenlos“, die schon bisher inklusive Einsätze innerhalb Europas vermittelte und von WeltWegWeiser als erste Partnerorganisation gewonnen werden konnte. „Dank des neuen Pilotprojektes können wir unsere Einsätze nun ausweiten“, freute sich Eglitis, wies aber auch darauf hin, dass jeder Einsatz individuell geplant und betreut werden muss. „Nicht jedes Projekt und jede Region passt für jeden, unabhängig von der jeweiligen Behinderung.“ Ein Problem sei zudem, dass Menschen mit Behinderungen laut aktueller Gesetzeslage wichtige Leistungen wie das Pflegegeld oder geförderte Wohnplätze gestrichen würden, wenn sie für längere Zeit ins Ausland gehen wollen.

Paradigmenwechsel
Positive Worte fand Dr. Franz-Joseph Huainigg, ÖVP-Sprecher für behinderte Menschen und Entwicklungszusammenarbeit, bei der abschließenden Diskussionsrunde: „Es freut mich sehr, dass es dieses Projekt gibt. Großartig, dass Menschen mit Behinderung, die selbst Empfänger von Hilfe sind, Freiwilligenarbeit leisten und helfen können! Das ist ein wichtiger Paradigmenwechsel.“ Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt, bedankte sich herzlich bei der Fördergeberin ADA – „Ohne Finanzierung ist ein solches Programm nicht möglich, das wir gemeinsam mit vielen Partnern entwickeln“- , und überbrachte die Glückwünsche eines indischen Projektpartners, dessen Lebensgeschichte zeigt, wie bedeutsam der Beitrag behinderter Menschen für andere sein kann: Santosh Kumar hatte als Kind jahrelang auf der Straße gelebt und bei einem Zugunfall ein Bein und einen Unterarm verloren. Heute ist er Leiter eines Don Bosco Straßenkinderzentrums.

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