Am Samstag schaltete ich kurz den Fernseher ein und sah die Sendung „Seiner Zeit“ mit Otto Schenk, der seinen 80. Geburtstag feierte. In kurzen Filmen wurde gezeigt, wie der Schauspieler mit Rollerblades auf der Bühne wild herum raste, tanzte, witzelte und blödelte. Als Otto Schenk dies sah, meinte er, dass er in den letzten 5 Jahren diese körperlichen Fähigkeiten verloren hat, „ich kann jetzt kaum mehr gehen“. Teddy Podgorsky, der Moderator, war das sichtlich peinlich. Er versuchte zu beschwichtigen, in der Richtung „Naja, ist alles nicht so schlimm“. Man will ja in einer Unterhaltunssendung nicht traurig werden. Das Leben muss schön und glatt sein, das erwartet sich möglicherweise auch das Fernsehpublikum am Samstag Abend. Aber Otto Schenk schüttelte den Kopf, was zunächst umso unangenehmer war. Doch dann rettete er die Situation mit der ironischen Anmerkung: „Ich liebe meine Missgeschicke. Mir passiert so vieles und die Leute wollen ja lachen“. Das kann ich gut nachvollziehen. Auch mir passieren viele Missgeschicke, auch auf Grund meiner Behinderung und der körperlichen Einschränkungen. Man darf nur nicht die Fähigkeit verlieren, über sich lachen zu können.