Am 27. September 2015 wurden in New York bei einem Sondergipfel der UNO die neuen Weltziele feierlich beschlossen. 160 anwesende Regierungsmitglieder versprachen, sich für eine verbesserte, gerechtere und nachhaltige Welt einzusetzen. In 15 Jahren soll es vor allem keine Armut, keinen Hunger, funktionierende Wirtschafts- und Gesundheitssysteme geben. Die neuen Weltziele sind nicht mehr ausschließlich Entwicklungsziele, sondern gelten universell, also für jeden Staat. Die Nachhaltigkeit soll durch die Einbindung von Wirtschaft, sozialer Entwicklung und ökologischer Werterhaltung erreicht werden. Der Moment des Beschlusses war berührend und ehrwürdig. Jetzt müssen die neuen Ziele mit Leben erfüllt werden. Dazu kann jeder seinen Beitrag leisten!

In den nächsten Wochen stelle ich auf dieser Homepage die 17 Hauptziele im Detail vor. Unterstehend finden Sie bildliche Eindrücke meines New York Aufenthaltes, sowie meine Presseaussendung anlässlich des Beschlusses.

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Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind an Hunger. Fast 800 Millionen Menschen auf der Welt haben nicht genug zu essen. 1,2 Milliarden Menschen haben nicht einmal einen Euro pro Tag zur Verfügung. Weltweit sind 60 Millionen Menschen aufgrund von Kriegen, Terror, Naturkatastrophen, Armut und Verfolgung auf der Flucht. Es braucht mehr Gerechtigkeit auf der Welt, und jedes Land muss diese Verantwortung wahrnehmen, auch Österreich“, sagt heute, Freitag, der ÖVP-Sprecher für Entwicklungszusammenarbeit Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigganlässlich des UN-Beschlusses der globalen Nachhaltigkeitsziele.

„Veränderung braucht Ziele, und in einer globalisierten Welt kann kein Staat alleine Lösungen erarbeiten. Das zeigen auch die im Jahr 2000 beschlossenen Millenniumentwicklungsziele. Die absolute Armut konnte in den letzten 15 Jahren halbiert werden, es sterben um mehr als die Hälfte weniger Kinder und über 6,2 Malaria-Tode konnten seit dem Jahr 2000 verhindert werden. Daher begrüße ich das UN-Nachfolgeprogramm, die sogenannten „Sustainable Developmentgoals“ (globalen Nachhaltigkeitsziele), welche bis 2030 laufen werden“, sagt Huainigg.

„Wer nicht hungert, einer Erwerbstätigkeit nachgehen kann, Perspektiven hat und in einem friedlichen Umfeld lebt, ist nicht gezwungen, sein Leben auf der Flucht zu riskieren“, meint Huainigg und spricht damit die aktuelle Flüchtlingssituation an, „Wir beschäftigen uns zu sehr mit den Folgen der Fluchtbewegung, aber zu wenig mit ihren Ursachen. Die globalen Nachhaltigkeitsziele geben den Weg vor. Armutsbekämpfung, Bildung, Schaffung von Arbeitsplätzen und Friedenssicherung sind zentrale Eckpunkte der 17 Zielsetzungen mit 169 Unterzielen.“

Der neue Ansatz der globalen Nachhaltigkeitsziele ist die Verbindung von sozialen, ökologischen und ökonomischen Dimensionen. Besonders die Entwicklungsländer leiden an den Folgen von Naturkatastrophen, die durch den Klimawandel hervorgerufen werden. Und auch die Rolle des Privatsektors als Treiber für wirtschaftliche Entwicklung wurde erkannt und soll gestärkt werden, beispielsweise durch mehr Wirtschaftspartnerschaften. Eine weitere Neuerung bei den Zielen ist, dass diese universelle Gültigkeit haben, das heißt, dass es keine Hierarchie mehr zwischen entwickelten und unterentwickelten Ländern gibt, sondern wir alle „Entwicklungsländer“ sind. Jedes Land hat Handlungsbedarf im Sinne der nachhaltigen globalen Entwicklung.

Besonders erfreut zeigt sich Huainigg über die große Beachtung, welche Menschen mit Behinderungen in den globalen Nachhaltigkeitszielen zukommt. „15 Prozent aller Menschen weltweit haben eine Behinderung und 80 Prozent davon leben in Ländern des globalen Südens. Mehr als 90 Prozent der Kinder mit Behinderungen, welche in Armutsgebieten leben, haben keinen Zugang zu Bildung. Behinderung und Armut bedingen einander oft gegenseitig. Es kann nur gelingen, Armut nachhaltig zu bekämpfen, wenn Menschen mit Behinderungen miteinbezogen werden. Die globalen Nachhaltigkeitsziele sehen vor allem den Zugang zu einem inklusiven Schulsystem, zum Arbeitsmarkt und zu barrierefreien Transportmitteln vor.“

In einem Gespräch mit Lenni Montiel, Mitarbeiter des UN-Generalsekretariats, über die Umsetzung der neuen Agenda meinte dieser: „Die Party der UN ist vorbei. Jetzt beginnt das Fest der Nationalstaaten.“ Huainigg fordert dazu eine Umsetzungsstrategie der gesamten österreichischen Bundesregierung unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft.

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