„Nichts über uns ohne uns“ erfüllt das Bundesland Tirol mit Leben und bindet entsprechend der UN-Konvention Menschen mit Behinderungen in den Gesetzwerdungsprozess ein:

 

Menschen mit Behinderung sind bei der Ausarbeitung eines neuen Gesetzes für die Behindertenhilfe aktiv eingebunden

Gemeinsam mit Menschen mit Behinderung Lösungen finden

Am Dienstag erlebten im Kurhaus in Hall zahlreiche Interessierte eine neue Form der Diskussion über die Anliegen von Menschen mit Behinderung: Ein innovativer und breit angelegter Prozess sammelte Anliegen und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung, Lernschwierigkeiten und psychischen Krankheiten. Nun werden in Form des legislativen Theaters mit allen Interessierten Lösungen erarbeitet. Die Ergebnisse dienen der Vorbereitung eines neuen Behindertengesetzes in Tirol.

45 Teilnehmende in Hall

Es ist eine kleine Gruppe von Menschen mit verschiedensten Behinderungen, die in mehreren Workshops Szenen ausgearbeitet haben. Diese zeigen die Schwierigkeiten und Probleme, mit denen die Betroffenen im Alltag konfrontiert sind. Die Szenen werden nun in jedem Bezirk aufgeführt. Eingeladen wurden alle Menschen mit Behinderung, die eine Leistung des Landes Tirol in Anspruch nehmen, VertreterInnen aller Behinderteneinrichtungen, aber auch die interessierte Öffentlichkeit.

In Hall brachten sich 45 BesucherInnen durch aktives Mitspielen in die Szenen ein und erarbeiteten mit den SpielerInnen Ideen und Lösungsvorschläge. Diese Lösungsansätze wurden dokumentiert und werden im Gesetzwerdungsprozess verarbeitet. Bildliche Darstellungen ermöglichten eine Teilnahme für alle.

Aktive Teilhabe

„Wir übernehmen eine Vorreiterrolle – als erstes Bundessland in Österreich binden wir Menschen mit Behinderung über einen breit angelegten, kreativen und innovativen Prozess in die Vorbereitung des neuen Behindertenhilfegesetzes aktiv ein. Ihre Anliegen und Bedürfnisse sowie ihre Vorschläge werden gesammelt“, berichtet Soziallandesrätin Christine Baur. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen sieht eine aktive Teilhabe in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens vor. Dieser Aufforderung kommt das Land Tirol auch durch diesen Gesetzwerdungsprozess nach.

 

Hintergrundinformation: Legislatives Theater zur Vorbereitung eines neuen Gesetzes

Die Einbindung erfolgt in Form eines Theaterprojektes, das es Menschen mit Behinderungen ermöglicht, ihre Vorstellungen und Wünsche auf vielen Ebenen zum Ausdruck zu bringen. Die Methode „Forumtheater“, eine interaktive Theaterform mit politisch-sozialem Ansatz, steht im Mittelpunkt dieses größer angelegten „Legislativen Theaters“. Menschen, die von einem Gesetz betroffen sein werden, werden so direkt und lebensweltnah in seine Entstehung eingebunden. Diese Partizipationsmethode wurde in anderen Bereichen bereits weltweit und auch in Österreich erfolgreich eingesetzt. Im Vorfeld wurde dieser Prozess und seine Methodik in jedem Bezirk im Rahmen einer Informationsveranstaltung vorgestellt. Eine kleine Gruppe von SpielerInnen arbeitete im Anschluss in einem Workshop Szenen aus, die Schwierigkeiten und Probleme zeigen, mit denen Menschen mit Behinderungen im Alltag konfrontiert sind. Diese Szenen wurden in jedem Bezirk gezeigt und die Menschen mit Behinderungen konnten dazu Stellung beziehen, durch aktives Mitspielen die Szenen verändern und so an Lösungen mitarbeiten. In einer zweiten Runde werden diese Szenen nochmals gezeigt und die interessierte Öffentlichkeit ist eingeladen dabei zu sein.

 

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