Medientagebuch: Die App „Stimme“ im Test

Stimme

Seit 13 Jahren lebe ich mit einem Beatmungsgerät und einer Atemkanüle. Sprechen zu können ist wirklich extrem wichtig um sich der Umgebung mitzuteilen. Wer nicht sprechen kann kann oft nur schwer seine Gefühle und Bedürfnisse anderen mitteilen.

Vor kurzem habe ich von Stephen Hawking das Buch „Kurze Antworten auf Große Fragen“ gelesen, wo Hawking beschreibt, wie er durch seine Beatmung die Fähigkeit selbst zu sprechen verloren hat und seine stimme durch einen Computer ersetzt worden ist. Obwohl sich die Technik und die Programme im Laufe der zeit sehr weiterentwickelt haben, ist er bei seiner ursprünglichen automatisierten Stimme mit dem amerikanischen Akzent geblieben, da sie charakteristisch für ihn geworden war.

Es gibt immer mehr solcher Sprachprogramme, mit denen, augengesteuert, Texte geschrieben und diese automatisiert vorgelesen werden können. In meinem Appstore am Handy habe ich die App „Stimme“ entdeckt.

Die Hersteller sagen, dass die App speziell für ALS Patienten entwickelt worden, die weder Handy, noch den Kopf bewegen können. Es gibt eine Tafel mit vorgefertigten Aussagen wie „Ja, Nein, Durstig, Hungrig, Glücklich, Unglücklich, Spazieren“ und viele mehr. Man kann auch selbst Phrasen hinzufügen. Gesteuert wird der Zeiger über die Blickrichtung. Man fokussiert ein Symbol mit den Augen und die Aussage wird vorgelesen.

Resümee: Funktionierte bei mir leider nicht so gut, vielleicht weil ich schlecht sehe und daher womöglich ungenau fokussiere. Positiv ist der kostenlose und leichte Zugang zu dieser Kommunikationsmöglichkeit über das Handy. Kommuniziert können aber nur Basics werden, umfassendere Kommunikation wird nicht stattfinden. Zum Beispiel dass ich Hunger habe, aber keinen Reis auf dem Teller haben will… 🙂

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