2007 flog ich mit Judit nach Rom. Eine unvergessliche Reise. Das Beatmungsgerät hatte ich erst ein halbes Jahr und ich wollte ausprobieren, was noch möglich ist. Die Austrian-Airline wollte mich als Passagier nicht mitnehmen. Für solche wie mich gab es ja eigene Ambulanzflüge. Michael Prebio, ein befreundeter Pfleger, setzte sich eine Nacht lang in verschiedene AUA-Flugzeuge und testete, ob Beatmungsgerät und Flugmaschinen sich gegenseitig beeinflussen. Dann durfte ich doch fliegen.

 

Damals konnte ich noch nicht normal essen, und ernährte mich mit pürierten Speisen. Unvergesslich wird das entsetzte Gesicht des Kochs in der Pizzeria sein, als Judit seine Lasagne mit dem Mixstab pürierte. Das tat seiner italienischen Seele weh und er schimpfte auf die unkultivierten Österreicher.

 

2016 flog ich mit meiner Familien wieder nach Rom. Anlass war der 20. Hochzeitstag und wir ließen die Erinnerungen wieder aufleben. Diesmal war Fliegen mit dem Beatmungsgerät kein Problem mehr. Die Fluglinien haben mehr Bewusstsein für beatmete Gäste und auch die Beatmungsmaschinen sind flugtauglich getestet und haben einen langen Akku. Mein Beatmungsgerät hält heute 12 Stunden an. Damals, 2007, ging uns die Batterie plötzlich mitten im Vatikan auf einem Platz aus. Judit musste mich mechanisch mit dem Ambu-Beutel beatmen.

 

Vieles hat sich geändert. Viel ist entstanden durch behinderte Menschen die aufzeigen wo der Schuh drückt. Das holprige Steinpflaster in Rom ist freilich noch geblieben. Das ist die nächste große Herausforderung. J

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