Karibu!

 

„Karibu“ ist Kisuaheli und bedeutet übersetzt „Willkommen“ oder „Herzlich Willkommen“. Und herzlich wurde ich in Tansania, Afrika empfangen.

Aber zurück zum Anfang. Der Wunsch in einem afrikanischen Land zu leben und zu arbeiten entstand während meines Studiums. Jetzt, so kurz vor dem Ende meiner Studienzeit sollte er endlich in Erfüllung gehen. Lange suchte ich im Internet nach einer geeigneten Organisation, die mir ein Praktikum vermitteln könnte. Über die Bekannte einer Freundin erfuhr ich von dem Verein „Perspektive:Global-Lernen und Engagement in Nord und Süd e.V.“, der bereits seit 2006 erfolgreich Menschen jeden Alters nach Afrika vermittelt. Für mich kam nur ein Land mit englischer Amtssprache in Frage, da mein Französisch und Suaheli nur zum Bestellen von Mahlzeiten und einem netten „Hallo“ reichen. – Ich muss gestehen, mein Suhaeli erfüllt bisher nur Letzteres. 

Im Januar diesen Jahres schickte ich frohen Mutes meine Bewerbung, samt Motivationsschreiben an den Koordinator des Vereins. Sechs Wochen vergingen, in denen ich keine Antwort erhielt. Kleinlaut kontaktierte ich den Verein und war überrascht, da man sich sofort an mich und meine Bewerbung erinnerte und mir ebenso versicherte, dass der Bewerbungsprozess am Laufen sei. Es sollten weitere 8 Wochen vergehen, bis ich eine schriftliche Einladung vom „Department of Special Needs Education of the Arusha City Councel“ in den Händen hielt. Mir wurde angeboten für drei Monate in der „School for the Blind in Themi, Arusha“ ein Voluntariat zu absolvieren. Ich nahm sogleich begeistert an. Bald folgten der ersten Euphorie jedoch Zweifel, ob ich die Erwartungen der Schule erfüllen könnte.

Als Nächstes wurde ich zum Vorbereitungsseminar des Vereins „Perspektive:Global“ eingeladen, das verpflichtend für alle TeilnehmerInnen des Programms ist. Ende Juni verbrachte ich drei Tage mit ca. 15 Gleichgesinnten. Wir lachten, weinten und teilten Hoffnungen, Wünsche aber auch Ängste und Befürchtungen. Danach blieb nur noch die Flugbuchung.

„Karibu!“- Mittlerweile bin ich voller Energie und mit offenen Augen in Dar Es Salaam gelandet. Ich bin mit dem Bus 12 Stunden von der Küste des Landes ins nordöstliche und in 1450m Höhe liegende Arusha gefahren. Dort wurde ich mit einem herzlichen „Welcome Home“ von meiner afrikanischen Gastfamilie empfangen und schon morgen starte ich in die erste Arbeitswoche.

Bei aller Nervosität, freue ich mich auf den gemeinsamen Alltag, auf Land und Leute , auf neue Erfahrungen und ich freue mich darauf, Annahmen und vermeintliche Vorurteile  über Afrika und dem Land Tansania einmal selbst, vor Ort auf die Probe zu stellen.

PS: Positiv überrascht war ich von dem Sicherheitsvideo der Fluggesellschaft „Egypt Air“. Die Instruktionen wurden zeitgleich in Gebärdensprache übersetzt. – Say „YES“ to Inclusion!