Im Spectrum der heutigen Ausgabe der Tageszeitung Presse findet sich ein Kommentar des Ethikers Ulrich Körtner. Er beginnt seinen Aufsatz mit Grimms Märchen. Der Wunsch nach einem Kind endet oft in der Geburt eines missratenen Wesens. So schreibt Körtner: „Und dass das Wunschkind nicht als Däumling, Esel oder Igel zur Welt kommt, dafür sorgen pränatale Diagnostik oder Präimplantationsdiagnostik, also die genetische Untersuchung des Ungeborenen im Mutterleib oder des im Reagenzglas gezeugten Embryos vor seiner Einbringung in die Gebärmutter.“ Ich halte diesen Satz für eine Diskriminierung behinderter Menschen. Bin ich ein Däumling, weil ich kleiner bin? Ist ein lernbehinderter Mensch mit einem Esel zu vergleichen? Und wer ist der stachelige
Igel?

Die pränatale Selektion, so wie sie geschildert ist, ist abzulehnen. Leben ist Vielfalt. Eine Welt ohne behinderte Menschen wird es nicht geben und es würde auch eine Bereichung fehlen.

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