Wunschkind mit Down-Syndrom? Ein Widerspruch? Nicht für eine Vorarlberger Familie. Gestern Abend in Kreuz und Quer (ORF 2, 23:30 Uhr) beeindruckte mich der selbstbewusste Umgang und das Selstverständnis mit dem eine Familie mit behindertem Kind lebt. Valentin ist fünf Jahre. Er wird geliebt und es geht ihm gut. Natürlich ist er heute nicht mehr wegzudenken. Mit Humor und Selbstironie berichtete der Vater, dass sich Valentin bei den zwei Ultraschalluntersuchungen so weggedreht hat, dass man seine Nackenfalte nicht messen konnte. „Zum Glück“, sagt er, „denn sonst hätten wir nicht gewusst, was wir tun sollen“. Dass der Embryo anders ist, auffälliger, zeigte sich erst später. Doch die Familie hatte ein zweites Mal Glück. Glück in Gestalt eines Arztes, der nicht defizitorientiert, sondern lebensbejahend die Familie beriet: „Sie können die Behinderung Ihres Kindes vielleicht jetzt nicht in Ihr Leben integrieren“, meinte er, „aber später.“, sagte er und riet dringend von einer Abtreibung ab. Valentin kam zur Welt. Seine Eltern bereuten ihre Entscheidung scheinbar keinen Augenblick. Die Mutter und Werbetexterin schrieb sogar ein Buch über Valentin: „Das Leben ist schön!“. Selten habe ich eine so beeindruckende Dokumentation gesehen. Ein Film ohne Mitleid, ohne Tränendrüsen, ohne Verbitterung, einfach das Selbstverständnis des Alltags einer etwas anderen Familie. Ein Film wie man ihn gerne öfters im ORF sehen würde -möglichst zu einer früheren Zeit. Und ein Arzt, wie man ihn jeder werdenden Mutter wünschen würde, die vor einer schweren Entscheidung steht.

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