Solidarität ist ein Wert, der nicht verloren gehen darf!

Fällt die Wehrpflicht, gibt es auch den Zivildienst nicht mehr, was ich sehr bedauern würde. Ich bin oft überrascht, wenn jemand sich dabei auskennt, wie man den Rollstuhl schiebt oder keine Berührungsängste im Umgang mit meiner Behinderung hat. Der Beamte, Richter oder Lehrer erzählt mir dann stolz, dass er dieses Wissen und die Erfahrungen beim Zivildienst erworben hat. Der Zivildienst ist eine wertvolle Schule für Sozialkompetenz. Für den einzelnen aber auch für das Land Österreich. Es ist fraglich, wie viele ein freiwilliges soziales Jahr überhaupt machen würden.

Wie ‚Die Welt am Sonntag‘ vom 30.12.2012 berichtet, gibt es in Deutschland seit der Aufhebung der Wehrpflicht am 1. Juli 2011 einen gravierenden Mangel in sozialen Einrichtungen, da die Zivildiener bei weitem nicht durch jene Menschen ersetzt werden konnten, die ein freiwilliges soziales Jahr machen. „Den Hof kehren, Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf am Morgen in die Schule und am Nachmittag wieder nach Hause fahren, warme Mahlzeiten zu älteren Menschen bringen, die sich selbst nicht mehr versorgen können. Spaß ist damit nicht immer verbunden. Für das gesellschaftliche Miteinander sind sie aber wichtig“, so ‚Die Welt‘, die anführt, dass die 80.000 Zivildiener in Deutschland jetzt durch 35.000 beim Bundesfreiwilligendienst ersetzt wurden. Diese Zitterpartie soll in österreichischen Hilfsorganisationen erspart bleiben! Wehrpflicht und Zivildienst sind ein Akt der Solidarität, zu dem es hoffentlich bei der Volksbefragung ein klares Bekenntnis geben wird. Um wie viel ärmer wäre Österreich ohne ehrenamtliche Helfer!

Gehen Sie zur Volksbefragung und informieren Sie sich über Pro und Contra Wehrpflicht und Zivildienst:

http://www.einsatz-fuer-oesterreich.at/index.aspx?pageid=62047