Aufmerksam habe ich die Reaktionen der Ärzte auf meinen Kommentar „Tödliche Stiche“ zum Thema Impfen verfolgt und möchte hier einige Dinge aus meiner Sicht richtig stellen: Auslöser für meinen Kommentar waren die TV-Spots zur Zeckenimpf-Kampagne. Von Tätern ist hier die Rede, die in Sträuchern und Hecken auf ihre Opfer, kleine 5-jährige Kinder, lauern. Urängste werden durch psychothrillerartige Anspielungen geweckt, eine für mich unzumutbare Darstellung der Impfthematik. Über diese Kritik fand sich in den zahlreichen Ärztebriefen keine Zeile. Jedoch wurde meine konsequente Weiterführung dieser Satire durch die Aussage „Willkommen im Klub“ als unerträglicher Humor gewertet. Hinter dieser Aussage steht jedoch nicht die Verbitterung eines Impfopfers, sondern einer Person, die mit ihrer Behinderung zu leben gelernt hat und mit Augenzwinkern und einem Lächeln auf den Lippen auch die Lebensperspektive mit dem Rollstuhl aufzeigt.   Da meine Behinderung im Babyalter durch eine Keuchhusten-Diphterie-Tetanus-Impfung entstanden ist, werde ich als Politiker oft von Eltern behinderter Kinder aufgesucht, die mir ihre schwierige Situation näher bringen. Problematisch war bislang vor allem die Anerkennung als Impfopfer, der wir durch die neue Novelle zum Impfschadengesetz Rechnung getragen haben. Denn wenn der Staat Impfempfehlungen ausspricht, um Seuchen und Epidemien zurück zu drängen, ist er auch gefordert, sich der Impfopfer anzunehmen. Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Nicht zuletzt im Sinne der Anerkennung von Impfungen sollten auch Probleme und Komplikationen offen diskutiert werden. Ein ehrlicher Umgang mit der Impfthematik ist gefordert, anstelle reflexartig Impfungen in den siebenten Himmel zu preisen.   Nicht bestritten kann wohl auch bei der Zeckenimpfung werden, dass noch vor wenigen Jahren Kinder die Erwachsenendosis bekamen, während nunmehr plötzlich auch die halbe Menge als ausreichend erscheint. Auffrischungsimpfungen sind ebenfalls nicht mehr alle 3 Jahre erforderlich. Bei Kindern sind zwar Komplikationen im Zusammenhang mit Zeckenbissen bekannt, jedoch gibt es keinen wissenschaftlich belegten Fall von bleibenden Schäden bei unter 10-Jährigen. Daher sollten wir nicht durch Schreckensbotschaften in die Ordinationen getrieben, sondern umfassend und ehrlich informiert werden. So möchte ich mit einer kleinen Anekdote aus meinem Leben enden: Eines Tages musste ich zum Amtsarzt. Die Ordination war voll mit Müttern, die alle ihre Kinder zur Impfung brachten. Ich rief zur Krankenschwester: „Entschuldigung, wann komm‘ ich zur Nachuntersuchung meines Impfschadens dran?!“ – Ich war der Nächste …

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